Hans Rudolf Bosshard
Sechs Essays zu Typografie, Schrift, Lesbarkeit
«Elementare Schriftform ist die Groteskschrift aller Variationen: mager - halbfett - fett - schmal bis breit. [...] Solange noch keine, auch im Werksatz gut lesbare elementare Form geschaffen ist, ist zweckmässig eine unpersönliche, sachliche, möglichst wenig aufdringliche Form der Mediäval-Antiqua (also eine solche, in der ein zeitlicher oder persönlicher Charakter möglichst wenig zum Ausdruck kommt) der Grotesk vorzuziehen. [...] Elementare typographische Gestaltung ist die Schaffung der logischen und optischen Beziehung der durch die Aufgabe gegebenen Buchstaben, Wörter, Satzteile.» (Jan Tschichold)
Lesbar - ja lesefreundlich - und schön soll sie sein, die Schrift. Wo aber beginnt und endet die Lesbarkeit? Welche optischen Gesetze liegen ihr zugrunde? Inmitten der Formen- und Farbenvielfalt der Stadt buhlen auch Schriften um unsere Aufmerksamkeit. Was heisst da Lesbarkeit und Ästhetik von Pompeji bis Chicago? Wie korrespondiert in diesem monumentalen Raum Schrift mit der Umwelt, mit Architektur?
Als die Zeit in den Raum einbrach, die statische Sicht zerbrach und die Bilder laufen lernten, kam Neues, die alten Gestaltungsregeln Erschütterndes in die Typografie. Wann und durch wen wurde die Typografie dynamisiert? Taugen diese Regeln auch heute noch oder sind sie obsolet geworden? Warum sie also nicht gleich demontieren? Diese und andere Themen einkreisend, hinterfragend und mit reichem Bildmaterial aus den Bereichen Typografie, Kunst und Architektur vergleichend, nimmt der Autor den Leser mit auf seine Streifzüge durch die Typografie.
Die sechs Zeitschriftenaufsätze und Vorträge, die für diese Buchausgabe teils vollständig überarbeitet, teils praktisch neu geschrieben wurden, kreisen um das Thema Typografie und ihr Umfeld. Bei dieser Zusammenstellung war es nicht zu vermeiden, dass einige Aussagen sich in ähnlicher Form wiederholen, weil im jeweiligen Zusammenhang nicht auf sie verzichtet werden konnte. Ebenso entdeckt der Leser vielleicht Widersprüchliches. Einige für den mündlichen Vortrag geschriebene Redewendungen sind stehengelassen, andere wiederum eliminiert. So hofft der Autor, dass die Texte lesbar geworden sind, ohne dass der Duktus des Vortrags ganz verloren ging.
194 Seiten, 19 farbige und 132 schwarzweisse Abbildungen, 15x23cm, Leinenband, deutsch
ISBN 3-7212-0163-9
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