Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung

von Dr. Peter Gallmann und Prof. Dr. Horst Sitta

Rand links
Inhaltsübersicht:

Zusammenfassung

Der Geltungsbereich der Neuregelung

Langfassungen

A: Laute und Buchstaben
B: Getrennt- und Zusammenschreibung
C: Schreibung mit Bindestrich
D: Gross- und Kleinschreibung
E: Zeichensetzung
F: Trennung

Empfehlungen für die grafische Industrie

Die wichtigsten Fachbegriffe


Publikationen der Autoren:

Peter Gallmann/Horst Sitta (Redaktion):
Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Bern 1996.
Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (=Dossier 42).

Peter Gallmann (Redaktion):
Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Bern 1996.
Zu beziehen bei:
Paritätische Berufsbildungsstelle für visuelle Kommunikation (PBS)
Monbijoustrasse 73
Postfach
3000 Bern 23

Zusammenfassung


A Laute und Buchstaben
Wenn bei Zusammensetzungen drei Konsonantenbuchstaben aufeinander treffen, bleiben immer alle erhalten, zum Beispiel: Schifffahrt, Schritttempo. Schon bisher: Sauerstoffflasche, Schutttrümmer, Fusssohle, Massstab.
In einigen Einzelwörtern werden in Anlehnung an Schreibungen innerhalb derselben Wortfamilie Konsonantenbuchstaben neu verdoppelt, zum Beispiel: nummerieren (wie Nummer). Entsprechend: platzieren (wie Platz).
In einigen Einzelwörtern wird in Anlehnung an andere Schreibungen innerhalb derselben Wortfamilie neu ä statt e geschrieben, zum Beispiel: überschwänglich (wegen Überschwang; die Schreibung mit ä wurde von der NZZ schon bisher angewendet), Stängel (wegen Stange), Bändel (wegen Band).
In Deutschland und in Österreich wird weiterhin zwischen Doppel-s (ss) und Eszett (ß) unterschieden. Eszett steht neu aber nur noch nach langen und doppelten Vokalen (Selbstlauten). Wie bisher: Straße, Fuß, beißen. Hingegen neu: Gässchen, Fluss, bisschen (wie schon bisher: Gasse, Flüsse, gebissen). In der Schweiz bleibt es bei der durchgängigen Schreibung mit ss.
Bei den Fremdwörtern aus dem Griechischen darf in einigen weiteren Fallgruppen f, t, rr statt ph, th, rrh geschrieben werden: Megafon oder Megaphon; Geografie oder Geographie; Delfin oder Delphin; Panter oder Panther, Katarr oder Katarrh.
Die Wortausgäng -tial und -tiell dürfen in Anlehnung an verwandte Wörter auch mit z geschrieben werden: substanziell (wie: Substanz); Potential, potentiell (wie: Potenz).
In der Schweiz bleibt die originalsprachliche Schreibung von Fremdwörtern aus dem Französischen und Italienischen klare Vorzugsvariante: Exposé (neben Exposee); Portemonnaie (neben Portmonee); Marroni (neben Maroni).
Siehe auch: Link auf Langfassung A
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B Getrennt- und Zusammenschreibung
Nomen werden in Verbindung mit Verben konsequenter getrennt und dann natürlich grossgeschrieben, zum Beispiel: Rad fahren (wie schon heute: Auto fahren, Zug fahren), Diät leben (bisher klein und getrennt: diät leben), Mass halten (wie schon bisher: Schritt halten), Halt machen (wie schon bisher: einen Halt machen).
Bei Verbindungen aus Infinitiv und Verb sind keine Bedeutungsunterschiede mehr zu beachten, man schreibt nur noch getrennt: sitzen bleiben, fallen lassen, spazieren gehen.
Wörter auf -wärts und -einander stehen immer getrennt von einem folgenden Verb: vorwärts gehen, übereinander legen.
Darüber hinaus wurden einige Unstimmigkeiten beseitigt: so viel, wie viel, zu viel (wie schon bisher: so viele, wie viele, zu viele), irgendjemand (wie schon bisher: irgendeiner).
Siehe auch: Link auf Langfassung B
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C Bindestrich
Zusammensetzungen mit Zahlen erhalten konsequenter als bisher den Bindestrich, wenn die Zahl in Ziffern geschrieben ist: die 40-Tönner, 375-teilig, 99-prozentig, 17-jährig, eine 17-Jährige.
Siehe auch: Link auf Langfassung C

D Gross- und Kleinschreibung
Hier kommt es durch Beseitigung von Ausnahmen zu vermehrter Grossschreibung, zum Beispiel: heute Abend, in Bezug auf, ausser Acht lassen, Recht haben, im Allgemeinen, im Einzelnen, im Nachhinein, im Dunkeln tappen (in allen Bedeutungen), jeder Fünfte, des Weiteren, Jung und Alt.
Nicht verändert hat sich die Grossschreibung der Eigennamen, doch kommt es zu vermehrter Kleinschreibung bei den sogenannten festen Begriffen, zum Beispiel: die schwarze Messe, die schwarze Magie, die erste Hilfe, der erste Spatenstich.
Bei den Anredepronomen gilt Grossschreibung nur noch für das distanziert-höfliche Sie. Für die vertrauliche Anrede du gilt (wie in allen anderen europäischen Sprachen) einheitlich Kleinschreibung.
Siehe auch: Link auf Langfassung D
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E Zeichensetzung
Teilsätze, die durch und oder oder miteinander verbunden sind, müssen nicht mehr durch ein Komma voneinander getrennt werden – man darf aber eines setzen, zum Beispiel: Hanna liest in einem Buch(,) und Robert löst ein Kreuzworträtsel.
Bei Infinitiv- und Partizipgruppen muss kein Komma mehr gesetzt werden – es kann aber gesetzt werden, wenn man die Gliederung des Satzes deutlich machen will, zum Beispiel: Das Kind rannte(,) ohne sich umzusehen(,) über die Strasse. Er kam(,) vom Regen durchnässt(,) herauf.
Die Regeln für die Kombination von Anführungszeichen und Komma sind vereinheitlicht worden. Man schreibt jetzt: «Kommst du auch mit?», fragte sie. Sie sagte: «Ich komme gleich wieder», und ging hinaus.
Der Gebrauch des Apostrophs (Auslassungszeichens) ist liberalisiert worden. So muss insbesondere für ausgefallenes e kein Apostroph mehr gesetzt werden, zum Beispiel: Das glaub ich dir. Wie gehts dir?
Siehe auch: Link auf Langfassung E
Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie E

F Trennung
Neu wird st (wie sp, sk) getrennt, zum Beispiel: Kas-ten, meis-tens.
Dafür wird neu ck (wie ch, sch) als Einheit behandelt, man löst nicht mehr in k-k auf, zum Beispiel: ste-cken (wie: ste-chen), Zu-cker.
Die aus dem Latein bzw. den romanischen Sprachen stammende Regel, dass Verbindungen mit r und l sowie die Buchstabenverbindungen gn und kn in Fremdwörtern ungetrennt bleiben, gilt nur noch fakultativ. Beispiele: Quad-rat oder Qua-drat, Mag-net oder Ma-gnet.
Wenn eine ursprüngliche Zusammensetzung nicht mehr als solche empfunden wird, kann man auch nach den Regeln für einfache Wörter trennen. Dies gilt neben einigen deutschen vor allem auch für Wörter aus dem Altgriechischen und dem Lateinischen; Beispiele: wo-rauf oder wie bisher wor-auf, da-rauf oder wie bisher dar-auf; Pä-da-go-gik oder wie bisher Päd-ago-gik, He-li-kop-ter oder wie bisher He-li-ko-pter, Ini-tia-ti-ve oder wie bisher In-itia-ti-ve.
Siehe auch: Link auf Langfassung F
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Der Geltungsbereich der Neuregelung


Mit der Unterzeichnung einer formellen Erklärung durch Deutschland, Österreich und die Schweiz ist am 1. Juli 1996 in Wien die Grundlage für eine neue amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung geschaffen worden.

Das neue Regelwerk ist als Grundlage für die Rechtschreibung innerhalb derjenigen Einrichtungen gedacht, für die der Staat Regelungsgewalt beansprucht. Im Prinzip sind das die Schu-le und die staatliche Verwaltung. Aber natürlich liegen die neuen Regeln auch der Neuauf-lage des Rechtschreib-Duden und der anderen Rechtschreib-Wörterbücher zugrunde. Damit ist gewährleistet, dass sich über Schule und Verwaltung hinaus die grosse Mehrheit der Schreibenden nach der neuen Regelung richten wird.

Die beschlossene Neuregelung stellt die erste grössere Veränderung unseres orthographischen Systems seit 1901/02 dar. Ihr Hauptziel ist es, mehr Systematik in die Rechtschreibung zu bringen, um sie so besser lehr-, lern- und handhabbar zu machen. Dabei bringt die Neuregelung nicht den grossen Durchbruch, den manche erwartet, einige vielleicht auch befürchtet haben. Es gibt eine massvolle Reform, mehr nicht, freilich auch nicht weniger. Immerhin lässt sich sagen, dass nun ein Weg beschritten worden ist, der das Schreiben in bestimmten Bereichen erleichtern wird, ohne die vertrauten Schriftbilder wesentlich zu verändern und die Lesbarkeit der Texte zu beeinträchtigen.

Die amtliche Regelung deckt den allgemeinen Wortschatz ab. Sie beansprucht damit keine Gültigkeit für die Schreibung von Wörtern, für die jeweils eine besondere staatliche Einrichtung verantwortlich ist, zum Beispiel die Schreibung von Personennamen in den Dokumenten der Standesämter, die Schreibung von Orts-, Strassen- und Flurnamen, die behördlich festgelegt wird, sowie die Schreibung von Firmen- und Produktnamen. Nicht zum Gegenstandsbereich des Regelwerks gehört ferner der besondere Wortschatz von Fachsprachen, zum Beispiel die Terminologie der Chemie. Ebenfalls nicht geregelt werden Probleme einer geschlechtsneutralen Schreibung bei Personenbezeichnungen.

Langfassungen


  
A Laute und Buchstaben

Bei den Lauten und Buchstaben, in der eigentlichen Wortschreibung also, geht die Neuregelung besonders behutsam zu Werke: Veränderungen in den vertrauten Schriftbildern stossen bei den Lesenden schnell auf Widerstand und lassen sich politisch nur schwer durchsetzen, auch wenn sie für die Schreibenden eine echte Vereinfachung mit sich bringen würden. Die Eingriffe beschränken sich daher weitgehend darauf, die Schreibung des Wortstamms in ein und derselben Wortfamilie zu vereinheitlichen und ein entsprechend regelorientiertes Schreiben zu unterstützen, zum Beispiel Stängel mit ä wegen der offensichtlichen Verwandtschaft mit Stange, nummerieren wegen Nummer, Megafon wegen Telefon, substanziell wegen Substanz (daneben als Varianten weiterhin: Megaphon, substantiell). Im Wesentlichen kommt es zu Änderungen in den folgenden Bereichen:

A 1 s-Schreibung

In Deutschland und in Österreich wird weiterhin zwischen Doppel-s (ss) und Eszett (ß) unterschieden. Die Regeln für die Verteilung dieser beiden s-Schreibungen sind aber neu gefasst worden: In Zukunft soll ß nur noch nach langen und doppelten Vokalen (Selbstlauten) geschrieben werden, zum Beispiel Fuß, Straße, reißen; nach kurzem Vokal steht in allen Stellungen ss.

bisher

der Fluß, des Flusses, die Flüsse
ich fasse, du faßt, er/sie faßt
daß

neu

der Fluss, des Flusses, die Flüsse
ich fasse, du fasst, er/sie fasst
dass

Für die Schweiz ändert sich an dieser Stelle nichts – es bleibt bei der durchgängigen Schreibung mit ss auch dort, wo in Deutschland und in Österreich ß steht, zum Beispiel in: Fuss, Strasse, reissen.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-1

A 2 Zusammentreffen gleicher Buchstaben

Für das Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben in Zusammensetzungen gab es bisher besondere Regeln (mit Unterregeln für die Silbentrennung). Diese Regeln sind ersatzlos gestrichen worden. Die Schreibung ergibt sich nun logisch aus den Bestandteilen der Zusammensetzung, es werden keine Buchstaben mehr eingespart.

bisher

Schiffahrt
Sauerstoffflasche
Schrittempo
Schutttrümmer

neu

Schifffahrt
Sauerstoffflasche
Schritttempo
Schutttrümmer

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-2

A 3 Verdoppelung von Konsonantenbuchstaben

In einigen Einzelwörtern werden in Anlehnung an Schreibungen innerhalb derselben Wortfamilie die Konsonantenbuchstaben neu verdoppelt.

bisher

numerieren (aber: die Nummer)
Tolpatsch (aber: toll)
Stukkatur, Stukkateur (aber: der Stuck)
plazieren (aber: der Platz)
neu (teilweise Varianten)

nummerieren (wie: die Nummer)
Tollpatsch (wie: toll)Tolpatsch
Stuckatur, Stuckateur (wie: der Stuck)
platzieren (wie: der Platz)

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-3

Beim folgenden Einzelfall handelt es sich um einen Ausgleich innerhalb der Formen ein und desselben Wortes.

bisher

As (aber: des Asses, die Asse)
neu

Ass (wie: des Asses, die Asse)

A 4 Umlautschreibung

In einigen Einzelwörtern wird in Anlehnung an andere Schreibungen innerhalb derselben Wortfamilie neu ä statt e geschrieben.

bisher

Bendel (trotz: Band)
behende (trotz: Hand)
Gemse (trotz: Gams)
belemmert

greulich (trotz: das Grauen)
Quentchen

schneuzen
Stengel (trotz: Stange)
überschwenglich (trotz: Überschwang)
verbleuen
neu (teilweise Varianten)

Bändel (wegen: Band)
behände (wegen: Hand)
Gämse (wegen: Gams)
belämmert (heute zu: das Lamm)belemmert
gräulich (wegen: das Grauen)
Quäntchen (heute zu: das Quantum) Quentche
schnäuzen (heute zu: der Schnauz)
Stängel (wegen: Stange)
überschwänglich (wegen: Überschwang)
verbläuen (heute zu: blau)verbleuen

 

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-3

In den folgenden beiden Fällen kann der Schreibende auf zwei Wortstämme Bezug nehmen; konsequenterweise sind zwei Schreibungen zugelassen:

bisher

aufwendig


Schenke
neu (Varianten)

aufwendig (wegen: aufwenden)
aufwändig (wegen: Aufwand)

Schenke (wegen: einschenken)
Schänke (wegen: Ausschank)

 

Neu e statt ä wird geschrieben in folgendem Fall:

bisher

Wächte
neu

Wechte (gehört zu: wehen)

A 5 Einzelfälle

Bei der Neuregelung der Rechtschreibung konnten auch einige Einzelfälle korrigiert und in bessere Übereinstimmung mit dem Prinzip der Stammschreibung gebracht werden.

bisher

rauh
Föhn (heisser Fallwind), Fön (Heisslufttrockner)
Zierat
Roheit
Zäheit
Jäheit
Alptraum, Alpdrücken

selbständig
neu (teilweise Varianten)

rau
Föhn
(in beiden Bedeutungen)
Zierrat
Rohheit (aus: roh + heit)
Zähheit (aus: zäh + heit)
Jähheit (aus: jäh + heit)
Albtraum, Alptraum, Albdrücken, Alpdrücken
selbstständig, selbständig
Unverändert bleibt: Hoheit.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-4

A 6 Fremdwörter

Die Neuregelung will die Anpassung von Fremdwörtern an die einheimische Schreibung vorsichtig fördern. Dabei beschränkt sie sich allerdings auf Bereiche, wo eine solche Entwicklung schon angebahnt ist, und erlaubt daneben weiterhin die bisherige Schreibung.

Für die Schweiz ist ausserdem ausdrücklich festgehalten, dass bei Fremdwörtern aus den anderen Landessprachen die an der Herkunftssprache ausgerichtete Form als Vorzugsvariante gilt.

A 6.1 é, ée --> ee

Wörter mit é oder ée stammen aus dem Französischen. In der Schweiz wird auch in Zukunft in der Schule grundsätzlich die ans Französische angelehnte Form gelehrt; die eingedeutschte Form mit Doppel-e ist daneben selbstverständlich auch zugelassen. Vorbilder für die Neuerung sind Varianten wie Frottee, Dublee neben Frotté, Doublé, die es bisher schon gegeben hat.

bisher

Exposé
Dragée
Communiqué
Kommuniqué
Varieté (franz.: variété)
Necessaire (franz.: nécessaire)
Negligé (franz.: négligé)
neu (Varianten)

Exposé, Exposee
Dragée, Dragee
Communiqué
Kommuniqué, Kommunikee
Varieté, Varietee
Necessaire, Nessessär
Negligé, Negligee

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-5

A 6.2 ou --> u

Hier liegt ein Parallelfall zu den Wörtern mit é und ée vor. Vorbild sind ältere Anpassungen ans Deutsche wie Dusche, Bluse (früher Douche, Blouse).

bisher

Bravour
Bouclé
neu (Varianten)

Bravour, Bravur
Bouclé, Buklee

A 6.3 ies --> ys

Die Mehrzahl der Wörter auf -y richtet sich neu einheitlich nach der Einzahl, geht also auf -ys aus. In vielen Wörtern hat sich diese Schreibung schon früher durchgesetzt, zum Beispiel in: die Ponys, die Gullys.

bisher

Partys, Parties
Ladys, Ladies
neu

Partys
Ladys

Wenn ein Wort oder eine Wendung als Zitat aus dem Englischen aufgefasst werden soll, ist die original englische Schreibung angebracht: grand old ladies.

A 6.4 ph, th, rrh, gh --> f, t, rr, g

Betroffen sind zunächst Wörter mit den Stämmen graph, phon, phot; hier hat sich in Wörtern wie Telefon, Foto, Grafik schon früh die f-Schreibung als Hauptvariante durchgesetzt (neben: Telephon, Photo, Graphik). Neu soll die f-Schreibung in allen Wörtern mit diesen Stämmen möglich sein.

bisher

Megaphon
Geographie
Biographie
Paragraph
neu (Varianten)

Megaphon, Megafon
Geographie, Geografie
Biographie, Biografie
Paragraph, Paragraf

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-6

Ähnlich können nun in ein paar weiteren Wörtern ph, th, gh und rrh durch f, t, g und rr ersetzt werden. Bei den Tierbezeichnungen war wohl Elefant Vorbild für die Eindeutschung (im 19. Jahrhundert noch: Elephant).

bisher

Delphin
Panther
Thunfisch
Katarrh
Myrrhe
Hämorrhoiden
neu (Varianten)

Delphin, Delfin
Panther, Panter
Thunfisch, Tunfisch
Katarrh, Katarr
Myrrhe, Myrre
Hämorrhoiden, Hämorriden

Schon früher eingedeutscht wurde Getto (daneben weiterhin die ältere Form: Ghetto).

A 6.5 tial, tiell --> zial, ziell

Nach dem Muster von Wörtern wie finanziell (zu Finanz) und tendenziell (zu Tendenz) soll bei weiteren Wörtern die Schreibung mit z eingeführt werden.

bisher

substantiell


essentiell

potentiell, Potential
neu (Varianten)

substanziell (wie: Substanz), substantiell

essenziell (wie: Essenz), essentiell

potenziell (wie: Potenz), potentiell, Potenzial (wie: Potenz), Potential

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-7

A 6.6 Einzelfälle

bisher

Känguruh
Portemonnaie
Joghurt
Spaghetti
neu (teilweise Varianten)

Känguru (wie: Gnu, Kakadu)
Portemonnaie, Portmonee
Joghurt, Jogurt
Spaghetti, Spagetti

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie A-8


 
B Getrennt- und Zusammenschreibung

Die Getrennt- und Zusammenschreibung war bisher sehr uneinheitlich geregelt. Dabei lag eine besondere Schwierigkeit darin, dass man nicht selten versucht hat, die unterschiedliche Bedeutung von Verbindungen durch unterschiedliche Schreibung auszudrücken. So musste man zum Beispiel bisher «wörtlichen» und «übertragenen» Gebrauch auseinander halten in Fällen wie: Die Leute sind einfach sitzen geblieben (= sind nicht aufgestanden). Paul ist sitzengeblieben (= in der Schule nicht versetzt worden). Auf derartige Unterscheidungen soll in Zukunft grundsätzlich verzichtet werden.

Im Übrigen hat man – wenn irgend möglich – der Getrenntschreibung den Vorzug gegeben, da auf diese Weise die einzelnen Bestandteile einer Verbindung deutlicher sichtbar werden, was das Lesen erleichtert.

 

B 1 Verb + Verb

Verbindungen aus Verb (Infinitiv) und Verb werden neu immer getrennt geschrieben.

bisher

kennenlernen
spazierengehen

bestehenbleiben
sitzenbleiben (übertragen: in der Schule)
sitzen bleiben (wörtlich: weiterhin sitzen)
fallenlassen (übertragen), fallen lassen (wörtlich)

neu

kennen lernen
spazieren gehen (wie: einkaufen gehen)
bestehen bleiben
sitzen bleiben



fallen lassen

B 2 Nomen + Verb

Verbindungen aus Nomen und Verb schreibt man neu (mit Ausnahme weniger Fälle) grundsätzlich getrennt; das Nomen wird in diesen Fällen konsequent grossgeschrieben.

bisher

radfahren
Auto fahren
Zug fahren

kopfstehen
Schlange stehen

eislaufen
Ski laufen

neu

Rad fahren
Auto fahren
Zug fahren

Kopf stehen
Schlange stehen

Eis laufen
Ski laufen

Weiterhin zusammengeschrieben (und klein): teilnehmen, wundernehmen, preisgeben, irregehen, heimgehen (und einige wenige weitere Fälle, die gewöhnlich keine Schreibprobleme verursachen).

B 3 Wörter mit den zweiten Bestandteilen -einander und -wärts

Wenn Wörter, die auf -einander oder -wärts ausgehen, vor einem Verb stehen, schreibt man sie neu immer getrennt.

bisher

aneinanderfügen
aneinander denken

zueinanderfinden
zueinander passen

abwärts gehen (wörtlich)
abwärtsgehen (übertragen: schlechter werden)

neu (teilweise Varianten)

aneinander fügen
aneinander denken

zueinander finden
zueinander passen

abwärts gehen
(in jeder Bedeutung)

B 4 Fügungen mit dem Verb sein

Fügungen mit dem Verb sein schreibt man neu einheitlich getrennt.

bisher

dasein, sie ist dagewesen; aber: als ich da war

aufsein, ich bin aufgewesen; aber: da ich noch auf war

neu

da sein, sie ist da gewesen, als ich da war

auf sein, ich bin auf gewesen, da ich noch auf war

B 5 Partizip + Verb, Partizip + Adjektiv

Partizipien stehen vor einem folgenden Verb oder Adjektiv neu immer getrennt.

bisher

verlorengehen

gefangennehmen

geschenkt bekommen

gestochen scharf

kochendheisses Wasser(aber: das Wasser ist kochend heiss)

neu (teilweise Varianten)

verloren gehen

gefangen nehmen

geschenkt bekommen

gestochen scharf

kochend heisses Wasser(wie: das Wasser ist kochend heiss)

B 6 Verbindungen mit wie, so, zu

Verbindungen von wie, so (ebenso, genauso), zu (allzu) mit Adjektiven schreibt man neu einheitlich getrennt.

bisher

wieviel
wie viele

soviel, ebensoviel, so viele, ebenso viele

zuviel, allzuviel, zu viele, allzu viele

allzuschwer, allzu schwer

neu (Varianten)

wie viel
wie viele

so viel, ebenso viel, so viele, ebenso viele

zu viel, allzu viel, zu viele, allzu viele

allzu schwer

Wie bisher gilt Zusammenschreibung, wenn eine Verbindung mit so zu einer Konjunktion (einem Bindewort) geworden ist. Sie leitet dann einen Nebensatz ein: Soviel ich weiss, wohnt Kurt in Schaffhausen. Sobald ich etwas erfahren habe, teile ich es dir mit.

B 7 Ableitungen von Zahlen auf -er

Von den Grundzahlen können mit der Endung -er Ableitungen gebildet werden, zum Beispiel: zehn --> der Zehner. Wenn eine solche Ableitung vor einem Nomen steht, schreibt man sie neu grundsätzlich mit dem Nomen zusammen (bei Schreibung in Ziffern: mit Bindestrich). (In Verbindung mit Jahr wird auch Getrenntschreibung toleriert; im Unterschied zu früher muss dabei aber nicht mehr auf den Sinn geachtet werden.)

bisher

die Zehnergruppe
die 10er-Gruppe

in den Sechzigerjahren
in den 60er-Jahren (Abschnitt im Leben eines Menschen)

in den sechziger Jahren
in den 60er Jahren (Abschnitt in einem Jahrhundert)

neu (teilweise Varianten)

die Zehnergruppe
die 10-Gruppe

in den Sechzigerjahren
in den 60er-Jahren
in den sechziger Jahren
in den 60er Jahren
(in jeder Bedeutung)

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie B-1

B 8 Verbindungen mit irgend

Verbindungen mit irgend werden neu einheitlich zusammengeschrieben.

bisher

irgend jemand
irgendeiner

irgend etwas
irgendwas

neu (teilweise Varianten)

irgendjemand
irgendeiner

irgendetwas
irgendwas

B 9 Problemgruppen

Auch nach der Neuregelung sind drei Problemgruppen übrig geblieben:

–Adjektiv + Verb, zum Beispiel: klarmachen / klar machen

–Adjektiv + Partizip, zum Beispiel: eng befreundet / engbefreundet

–Nomen + Partizip, zum Beispiel: Gewinn bringend / gewinnbringend

Es gibt in diesen drei Bereichen keine Regeln, die einfach handhabbar sind und zugleich dem Sprachgefühl der Schreibenden gerecht werden. Beim Korrigieren ist darum Toleranz angesagt.



 

C Schreibung mit Bindestrich

Der Bindestrich steht im Innern von Zusammensetzungen. Er gliedert an Stellen, die unübersichtlich sind, und er bindet die Bestandteile der Zusammensetzung zu einer Wortform zusammen. Die Neuregelung systematisiert die Verwendung des Bindestrichs und eröffnet zugleich dem Schreibenden eine grössere Freiheit.

C 1 Verbindungen mit Ziffern

Zweiteilige Zusammensetzungen mit Ziffern schreibt man neu mit Bindestrich. Muster sind hier dreiteilige Zusammensetzungen wie 12-Meilen-Zone, 40-Stunden-Woche, in denen schon bisher der Bindestrich stand.

bisher

40tonner
8zylinder
17jährig, eine 17jährige
99prozentig

neu

40-Tonner
8-Zylinder
17-jährig, eine 17-Jährige
99-prozentig

C 2 Bindestrich zur Hervorhebung von Wortteilen

Bei einzelnen Wörtern war bisher im Wörterbuch festgelegt, ob sie mit dem hervorhebenden Bindestrich geschrieben werden oder nicht. Die Neuregelung arbeitet hier mit Varianten.

bisher

Ichform

Ich-Erzähler

neu (Varianten)

Ich-Form, Ichform

Ich-Erzähler, Icherzähler



 

D Gross- und Kleinschreibung

Grossschreibung gilt im Deutschen in vier Bereichen:

1. am Satzanfang

2. bei Nomen und Nominalisierungen

3. bei Eigennamen

4. bei bestimmten Anredepronomen

Am meisten umstritten war der zweite Bereich. Die Fachexperten hatten hier deutlich für die Einführung der Kleinschreibung plädiert. Auf der politischen Ebene freilich hatten entsprechende Vorschläge in keinem der beteiligten Länder eine Chance: Die Entscheidung ist hier zugunsten einer vereinfachten («modifizierten») Grossschreibung gefallen.

D 1 Die Grossschreibung am Satzanfang

Bei der Grossschreibung am Satzanfang gab es eigentlich nur einen Problemfall: Wenn auf einen Doppelpunkt ein ganzer Satz folgte, musste man unterscheiden, ob der Satz vom vorangehenden angekündigt war (Grossschreibung) oder ob er eine Zusammenfassung oder eine Folgerung ausdrückte (Kleinschreibung). Diese sehr feine Unterscheidung ist aufgegeben worden. Heute gilt: Wenn auf einen Doppelpunkt ein ganzer Satz folgt, schreibt man ihn grundsätzlich gross.

bisher

Zufrieden schaute er in den Garten: alles wuchs und gedieh.

Es gab nur etwas zu beanstanden: Die Schrift war sehr unleserlich.

neu

Zufrieden schaute er in den Garten: Alles wuchs und gedieh.

Es gab nur etwas zu beanstanden: Die Schrift war sehr unleserlich.

Wenn statt des Doppelpunkts auch ein Komma oder ein Gedankenstrich stehen könnte, ist aber auch Kleinschreibung erlaubt.

bisher

Haus und Hof, Geld und Gut: alles ist verloren.

neu (Varianten)

Haus und Hof, Geld und Gut: Alles ist verloren.Haus und Hof, Geld und Gut: alles ist verloren.

Weitere Veränderungen gibt es in diesem Bereich nicht. Man schreibt weiterhin immer gross, wenn eine direkte Rede folgt:
Zufrieden sagte sie: «Alles wächst und gedeiht!»

Und man schreibt weiterhin klein, wenn nicht ein Satz, sondern nur eine Aufzählung, eine Wortgruppe oder ein Einzelwort folgt:
Welche Äpfel wünschen Sie: die gelben oder die roten? Sie wollte nur noch eines: den ganzen Tag im Garten liegen.

D 2 Nomen und Nominalisierungen

D 2.1 Nomen in festen Wendungen

Bei Nomen in festen Wendungen mit Verben richtet sich die Schreibung konsequenter als bisher nach dem Grundsatz: Bei Getrenntschreibung gross, bei Zusammenschreibung klein. Muster:

Anteil nehmen -> ich nehme Anteil

teilnehmen -> ich nehme teil

bisher

Angst haben
angst machen

pleite gehen
Pleite machen

ausser acht lassen
ausser aller Acht lassen

recht haben
recht erhalten

radfahren
Auto fahren
Zug fahren

neu (Varianten)

Angst haben
Angst machen

Pleite gehen
Pleite machen

ausser Acht lassen
ausser aller Acht lassen

Recht haben
Recht erhalten

Rad fahren
Auto fahren
Zug fahren

Wenn der Wendung eine Präposition wie in, mit, von, zu enthält, kann man teilweise auch zusammenschreiben.

bisher

in bezug auf
mit Bezug auf

zugunsten
zu Lasten

instand stellen
in Frage stellen

neu (Varianten)

in Bezug auf
mit Bezug auf

zu Gunsten, zugunsten
zu Lasten, zu lasten

in Stand stellen, instand stellen
in Frage stellen, infrage stellen

Freigegeben ist die Gross- und Kleinschreibung in den folgenden Fallgruppen.

bisher

feind sein (sie waren uns feind)


leid tun (das tut mir leid)


not tun (das tun not)


pleite gehen (die Firma ging pleite)

neu (Varianten)

feind sein (sie waren uns feind)
Feind sein (sie waren uns Feind)

leid tun (das tut mir leid)
leid tun (das tut mir Leid)

not tun (das tun not)
Not tun (das tun Not)

pleite gehen (die Firma ging pleite)
Pleite gehen (die Firma ging Pleite)

Klein und getrennt bleiben die folgenden Verbindungen:

angst sein, werden (mir ist angst, mir wird angst)
bange sein, werden (mir ist bange, mir wird bange)
gram sein (sie waren uns gram)
leid sein (mir ist alles leid)
pleite sein (die Firma war pleite)
schuld sein (du bist schuld daran)

D 2.2 gestern, heute, morgen plus Tageszeit

Tageszeiten nach den Adverbien vorgestern, gestern, heute, morgen, übermorgen werden neu konsequent grossgeschrieben.

bisher

heute abend

gestern nachmittag

übermorgen mittag

neu

heute Abend

gestern Nachmittag

übermorgen Mittag

D 2.3 Nominalisierte Adjektive in festen Wendungen

Nominalisierte Adjektive wurden schon bisher wie jede andere Nominalisierung grundsätzlich grossgeschrieben (= Grundregel); sie wurden aber kleingeschrieben, wenn sie zusammen mit einem Verb eine feste Wendung bildeten, deren Gesamtbedeutung nicht ohne weiteres aus ihren Einzelwörtern abgeleitet werden konnte. Dabei wurde die unterscheidende Schreibung nie streng durchgehalten; so sahen die Wörterbücher für Wendungen wie ins Schwarze treffen Grossschreibung auch bei übertragenem Gebrauch vor. Das neue Regelwerk kennt hier nur noch Grossschreibung nach der Grundregel für Nominalisierungen.

bisher

auf dem Trockenen sitzen (wörtlich)
auf dem trockenen sitzen (übertragen: kein Geld haben)

im Dunkeln tappen (wörtlich)
im dunkeln tappen (übertragen: unsicher sein)

es ist das Beste, was ich kenne
es ist das beste, wenn du gehst

den kürzeren ziehen

ins reine schreiben
ins Lächerliche ziehen

auf dem laufenden sein

neu

auf dem Trockenen sitzen




im Dunkeln tappen



es ist das Beste, was... / wenn...


den Kürzeren ziehen

ins Reine schreiben
ins Lächerliche ziehen

auf dem Laufenden sein

Eine ähnliche Regelung galt bisher auch für freier verwendbare feste adverbiale Wendungen mit nominalisierten Adjektiven. Das neue Regelwerk schreibt auch hier Grossschreibung vor – bisher wurde teils klein-, teils grossgeschrieben.

bisher

im Freien, im verborgenen

im Folgenden / im folgenden

im allgemeinen

nicht im geringsten

sich des Näheren entsinnen
etwas des näheren erläutern

neu

im Freien, im Verborgenen

im Folgenden

im Allgemeinen

nicht im Geringsten

sich des Näheren entsinnen
etwas des Näheren erläutern

Als ärgerliche Ausnahme verbleiben einige wenige Wendungen mit einer reinen Präposition (ohne Artikel): binnen kurzem, vor kurzem, seit kurzem; seit langem, vor langem, seit längerem, vor längerem; von nahem; von neuem, seit neuestem; von weitem, bei weitem, bis auf weiteres, ohne weiteres.

 

D 2.4 Superlativ (Höchststufe)

Weiterhin kleingeschrieben werden der Superlativ (die Höchststufe) mit am, wenn man mit Wie? danach fragen kann. Der Superlativ eine regelhafte Formenreihe mit anderen Vergleichsformen: Erika schreibt genau – genauer – am genauesten. Der Löwe brüllte laut – lauter – am lautesten. Dieser Turm ist hoch – höher – am höchsten.

Sonst gilt die Grundregel für nominalisierte Adjektive (siehe auch den vorangehenden Abschnitt).

bisher

es ist am besten, wenn du gehst
es ist das beste, wenn du gehst

nicht im geringsten

zum Besten wenden
zum besten geben

neu

es ist am besten, wenn du gehst
es ist das Beste, wenn du gehst

nicht im Geringsten

zum Besten wenden
zum Besten geben

Bei Wendungen mit aufs wird in Anlehnung an die Superlative mit am weiterhin die Kleinschreibung toleriert. Vorzugsschreibung ist allerdings die Grossschreibung nach der Grundregel für Nominalisierungen.

bisher

sich aufs beste unterhalten

neu (Varianten)

sich aufs Beste unterhalten
sich aufs beste unterhalten

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie D-1

D 2.5 Ordnungszahlen

Ordnungszahlen sind Adjektive. Man wendet hier daher neu konsequent die Grundregeln für nominalisierte Adjektive an.

bisher

Jeder fünfte leidet unter diesem Virus.

Die nächste, bitte!

Sie war die erste, die die Lösung hatte.

neu

Jeder Fünfte leidet unter diesem Virus.

Die Nächste, bitte!

Sie war die Erste, die die Lösung hatte.

D 2.6 Unbestimmte Zahladjektive

Wenn ein Adjektiv eine unbestimmte Menge angibt, spricht man von einem unbestimmten Zahladjektiv. Für solche Adjektive gelten neu grundsätzlich die gleichen Regeln wie für alle anderen Adjektive. Wenn sie nominalisiert sind, schreibt man sie daher gross.

bisher

Ich muss noch verschiedenes erledigen.

Alles übrige erledige ich morgen.Alles Weitere erledige ich morgen.

Sie sagte das gleiche.

Merke dir folgendes: ...

Ich habe noch nie derartiges erlebt.Ich habe noch nie etwas Derartiges erlebt.

neu

Ich muss noch Verschiedenes erledigen.

Alles Übrige erledige ich morgen.Alles Weitere erledige ich morgen.

Sie sagte das Gleiche.

Merke dir Folgendes: ...

Ich habe noch nie Derartiges erlebt.Ich habe noch nie etwas Derartiges erlebt.

Es bleibt allerdings eine Vierergruppe übrig, die man weiterhin kleinschreibt:

ein, ander, viel, wenig

Kleinschreibung gilt auch für die zugehörigen Steigerungsformen:

viel – mehr – am meisten, das meiste, die meisten
wenig – weniger – am wenigsten, das wenigste, die wenigsten

Wenn bei diesen Adjektiven die substantivische Verwendung hervorgehoben werden soll, darf man sie aber neu auch grossschreiben:

bisher

Sie strebte etwas ganz anderes an.

Sie war unsere eine und einzige.

neu (Varianten)

Sie strebte etwas ganz anderes an.
Sie strebte etwas ganz Anderes an.

Sie war unsere eine und einzige.
Sie war unsere Eine und Einzige.

D 2.7 Sprachbezeichnungen

Endungslose Sprachbezeichnungen werden auch in Fügungen mit Präpositionen grossgeschrieben.

bisher

sich auf französisch unterhalten

neu

sich auf Französisch unterhalten

D 2.8 Paarformeln zur Personenbezeichnung

Paarformeln mit Adjektiven zur Bezeichnung von Personen werden neu einheitlich grossgeschrieben; es muss nicht mehr zwischen deklinierten und nichtdeklinierten Adjektiven sowie zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung unterschieden werden.

bisher

Die Einladung richtet sich an jung und alt (gemeint: jedermann).

Die Einladung richtet sich an Jung und Alt (wörtlich: an die junge und an die ältere Generation).

Die Einladung richtet sich an Junge und Alte.

neu

Die Einladung richtet sich an Jung und Alt.

Die Einladung richtet sich an Jung und Alt.


Die Einladung richtet sich an Junge und Alte.

D 3 Die Grossschreibung der Eigennamen

D 3.1 Mehrteilige feste Begriffe

Die Grossschreibung mehrteiliger Eigennamen hatte sich in der bisherigen Regelung sehr weit in Richtung einer Grossschreibung auch der festen Begriffe ausgeweitet, die keine Eigennamen sind. Sie wurde allerdings nicht einheitlich gehandhabt. Neu wird hier grundsätzlich kleingeschrieben.

bisher

die schwarze Liste
das Schwarze Brett

die schwarze Messe
die Schwarze Magie

der erste Spatenstich
die Erste Hilfe

neu

die schwarze Liste
das schwarze Brett

die schwarze Messe
die schwarze Magie

der erste Spatenstich
die erste Hilfe

Weiterhin grossgeschrieben wird in vier gut abgrenzbaren Fallgruppen:

–Titel, zum Beispiel: Technischer Direktor, Heiliger Vater

–besondere Kalendertage, zum Beispiel: der Weisse Sonntag

–geschichtliche Ereignisse, zum Beispiel: die Französische Revolution

–klassifizierende Benennungen der Biologie, zum Beispiel: die Schwarze Witwe

D 3.2 Ableitungen von Personennamen

Bei Ableitungen von Personennamen auf -isch und -sch musste man bisher unterscheiden, ob eine persönliche Zugehörigkeit oder Leistung vorliegt (Grossschreibung) oder eine blosse Benennung nach der betreffenden Person (Kleinschreibung). Neu wird grundsätzlich klein geschrieben.

bisher

der ohmsche Widerstand (Benennung)
das Ohmsche Gesetz (persönliche Leistung)

neu

der ohmsche Widerstand
das ohmsche Gesetz

Wenn der Personenname vor der Endung -sch mit Apostroph hervorgehoben wird, schreibt man einheitlich gross: der Ohm'sche Widerstand, das Ohm'sche Gesetz.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie D-2

D 4 Die Grossschreibung der Anredepronomen

Grossschreibung gilt nur noch für die distanziert-höfliche Anrede Sie. Für die vertrauliche Anrede gilt (wie in allen anderen europäischen Sprachen) einheitlich Kleinschreibung.

bisher

Lieber Ernst, herzlichen Dank für Dein Foto, auf dem Du und Deine Schwester zusammen mit Euren Kollegen abgebildet seid ...

neu

Lieber Ernst, herzlichen Dank für dein Foto, auf dem du und deine Schwester zusammen mit euren Kollegen abgebildet seid ...

Hingegen wie bisher:

Sehr geehrte Frau Müller
Wie Sie sich sicher erinnern, offerierten wir Ihnen und Ihren Angehörigen ...



 

E Zeichensetzung

Bei der Zeichensetzung gibt es in vier Bereichen neue Regeln:

–Komma bei und

–Komma bei Infinitiv- und Partizipgruppen

–Kombination von Komma und Anführungszeichen

–Apostroph (Auslassungszeichen) für ausgefallenes e

 

E 1 Komma bei und

Hauptsätze, die durch und oder oder miteinander verbunden sind, müssen nicht mehr durch ein Komma voneinander getrennt werden. Ein Komma darf aber weiterhin gesetzt werden, etwa um den Aufbau des Satzes deutlich zu machen.

bisher

Hanna liest in einem Buch, und Robert löst ein Kreuzworträtsel.

neu (Varianten)

Hanna liest in einem Buch und Robert löst ein Kreuzworträtsel.
Hanna liest in einem Buch, und Robert löst ein Kreuzworträtsel.

Nichts geändert hat sich am Grundsatz, dass das Komma am Ende eines Nebensatzes oder eines Nachtrags auch vor und, oder nicht fehlen darf:

Er sagte, dass er morgen komme, und verabschiedete sich.

Mein Onkel, ein grosser Tierfreund, und seine Katzen leben in einer alten Mühle.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie E-1

 

E 2 Komma bei Infinitiv- und Partizipgruppen

Anders als in der Vergangenheit muss bei Infinitiv- und Partizipgruppen kein Komma mehr gesetzt werden; es kann aber gesetzt werden, wenn man die Gliederung des Satzes deutlich machen will.

Infinitivgruppen:

bisher

Sie hatte geplant, ins Kino zu gehen.

Sie nannte, ohne zu zögern, die richtige Antwort.

neu (Varianten)

Sie hatte geplant ins Kino zu gehen.
Sie hatte geplant, ins Kino zu gehen.

Sie nannte ohne zu zögern die richtige Antwort.
Sie nannte, ohne zu zögern, die richtige Antwort.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie E-2

bisher

in bezug auf
mit Bezug auf

zugunsten
zu Lasten

instand stellen
in Frage stellen

neu (Varianten)

in Bezug auf
mit Bezug auf

zu Gunsten, zugunsten
zu Lasten, zu lasten

in Stand stellen, instand stellen
in Frage stellen, infrage stellen

Partizipgruppen:

bisher

Er kam, vom Regen durchnässt, herauf.



Hoffend auf eine gute Idee, nagte er an seinem Bleistift.

neu (Varianten)

Er kam vom Regen durchnässt herauf.
Er kam, vom Regen durchnässt, herauf.

Hoffend auf eine gute Idee nagte er an seinem Bleistift.
Hoffend auf eine gute Idee, nagte er an seinem Bleistift.

E 3 Kombination von Komma und Anführungszeichen

Neu soll einheitlich ein Komma gesetzt werden, wenn einer direkten Rede der Kommentarsatz folgt oder wenn er nach ihr weitergeht.

bisher

«Ich komme mit», sagte sie.

«Komm auch mit!» rief sie.

«Kommst du auch mit?» fragte sie.

Sie sagte: «Ich komme gleich wieder» und ging hinaus.

neu

«Ich komme mit», sagte sie.

«Komm auch mit!», rief sie.

«Kommst du auch mit?», fragte sie.

Sie sagte: «Ich komme gleich wieder», und ging hinaus.

E 4 Apostroph (Auslassungszeichen)

Wenn bei einem Wort ein e weggefallen ist, setzt man gewöhnlich keinen Apostroph mehr:

bisher

Das glaub' ich dir.(Aber: Glaub mir das!)

Das wär' ja auch ein Wunder!

neu

Das glaub ich dir.(Wie: Glaub mir das!)

Das wär ja auch ein Wunder!

Bei der Kurzform 's für es ist der Apostroph fakulativ:

bisher

Wie geht's dir?


Nimm's nicht so schwer!


Wenn's einem schlecht geht ...

neu (Varianten)

Wie gehts dir?
Wie geht's dir?

Nimms nicht so schwer!
Nimm's nicht so schwer!

Wenns einem schlecht geht ...Wenn's einem schlecht geht ...

Der Gebrauch des Apostrophs als Trennzeichen vor der Endung -s des Genitivs (Wesfalls) und der Ableitungsendung -sch ist nicht mehr verboten.

bisher

Ursis Blumenshop


das Ohmsche Gesetz

neu (Varianten)

Ursis Blumenshop
Ursi's Blumenshop

das ohmsche Gesetz
das Ohm'sche Gesetz

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie D-2 und E-3



 

F Worttrennung am Zeilenende

Die bisherige Regelung der Worttrennung am Zeilenende war zum einen durch eine Reihe von Ungereimtheiten bestimmt, zum andern setzte ihre korrekte Anwendung Vorkenntnisse voraus, die nur sehr wenige Menschen mitbringen konnten. So durfte zum Beispiel – das betrifft die Ungereimtheiten – st im Gegensatz etwa zu sp nicht getrennt werden.

Was die Vorkenntnisse betrifft: Nach der bisherigen Regelung waren altgriechische und latei-nische Zusammensetzungen nach ihren Bestandteilen zu trennen, was die Kenntnis der Wort-stämme voraussetzte, die den Zusammensetzungen zugrunde liegen. Man musste daher tren-nen (wir geben nur die problematischen Trennstellen an): Päd-agogik, Heliko-pter, Chir-urg, In-itiative, Korre-spondenz, par-allel.

Mit der Neuregelung konnte eine Reihe von Schwierigkeiten der genannten Art beseitigt wer-den.

 

F 1 Die Trennung von st und ck

Neu wird st (wie sp, sk) getrennt.

bisher

We-ste

mei-stens

Fen-ster

neu

Wes-te (wie: Wes-pe)

meis-tens

Fens-ter

Dafür wird neu ck (wie ch, sch) als Einheit behandelt; man löst also nicht mehr in k-k auf.

bisher

stek-ken

Zuk-ker

trok-ken

neu

ste-cken (wie: ste-chen)

Zu-cker

tro-cken

F 2 Verbindungen mit r und l sowie gn und kn in Fremdwörtern

Die aus dem Latein bzw. den romanischen Sprachen stammende Regel, dass Verbindungen mit r und l sowie die Buchstabenverbindungen gn und kn in Fremdwörtern ungetrennt bleiben, ist nicht mehr verbindlich.

Infinitivgruppen:

bisher

Qua-drat

mö-bliert

Ma-gnet

zy-klisch

neu (Varianten)

Quad-rat, Qua-drat

möb-liert, mö-bliert

Mag-net, Ma-gnet

zyk-lisch, zy-klisch

F 3 Die Trennung ursprünglicher Zusammensetzungen

Zusammengesetzte Wörter werden – wie bisher – nach ihren Bestandteilen getrennt: Haus-tür, Mein-eid, berg-ab. Wenn eine ursprüngliche Zusammensetzung aber nicht mehr als solche erkannt bzw. empfunden wird, kann man auch nach den Regeln für einfache Wörter trennen. Dies gilt vor allem für Wörter aus dem Altgriechischen und dem Lateinischen.

bisher

wor-auf

her-ein

Päd-ago-gik

He-li-ko-pter

Chir-urg

In-itia-ti-ve

Kor-re-spon-denz

par-al-lel

neu (Varianten)

wo-rauf, wor-auf

he-rein, her-ein

Pä-da-go-gik, Päd-ago-gik

He-li-kop-ter, He-li-ko-pter

Chi-rurg, Chir-urg

Ini-tia-ti-ve, In-itia-ti-ve

Kor-res-pon-denz, Kor-re-spon-denz

pa-ral-lel, par-al-lel

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie F-1

F 4 Die Abtrennung einzelner Vokalbuchstaben

Neu ist die Abtrennung einzelner Vokalbuchstaben am Wortanfang nicht mehr verboten.

bisher

Abend

oben

neu

A-bend

o-ben

Es sollte aber nicht dazu ermutigt werden, von der neuen Freiheit Gebrauch zu machen. Insbesondere sollten Trennungen wie Montaga-bend vermieden werden.

Siehe auch: Link auf Empfehlungen für die Druckindustrie F-2



 

Empfehlungen für die grafische Industrie

Version vom Januar 1998

Vorbemerkung

Bei der Neuregelung der deutschen Rechtschreibung hat sich – meist aus politischen Gründen – in einigen Bereichen ein Nebeneinander von verschiedenen Schreibungen ergeben. Diese folgenden Empfehlungen zielen darauf ab, diese Varianz zugunsten grösserer Einheitlichkeit etwas zu beschränken.

 

A Laute und Buchstaben

 

1. Schreibung mit ss (Doppel-s) oderß (Eszett oder Scharf-s):

Bei Druckerzeugnissen, die sich auch an Leser ausserhalb der Schweiz wenden, wird Eszett (nach der neuen Regelung) gesetzt.

 

2. Zusammentreffen dreier gleicher Buchstaben:

Man kann hier auch den Bindestrich setzen. Wir empfehlen, von dieser Möglichkeit wie bisher nur in zwei Fällen Gebrauch zu machen: 1. wenn Fehllesungen zu vermeiden sind, 2. beim Zusammentreffen dreier e bei Nomen (nicht Adjektiven), zum Beispiel: Tee-Ei, Armee-Eigentum; aber: seeerfahren, armeeeigen.

 

3. Alt oder neu?

Wo alte und neue Wortschreibungen nebeneinander stehen, empfiehlt es sich, nur noch die neuen Varianten zu verwenden: Tollpatsch, Quäntchen, belämmert, verbläuen.

 

4. Albtraum:

In der Schweiz weiss man, dass Albträume nichts mit den Alpen zu tun haben; wir favorisieren daher die Schreibung mit schwachem b: Albtraum, Albdrücken.

 

5. Akzente:

In Fällen wie Negligé, Necessaire, Varieté sind auch Varianten zu tolieren, die alle Akzente des Französischen beibehalten, also: Négligé, Nécessaire, Variété. Ähnliches gilt für den Bindestrich in Fällen wie: Hors-d'Ïuvre, Rendez-vous.

 

6. Wortstamm graph oder graf:

Die f-Schreibung ist vorzuziehen, also: Biografie, Geografie, Polygraf, Typografie usw.

 

7. Wortformen auf -zial und -ziell:

Wir empfehlen, wenn immer möglich die z-Schreibung anzuwenden: substanziell (wie schon bisher: finanziell), potenziell (wie schon bisher: tendenziell).

 

8. Spaghetti:

In der Schweiz schreibt man weiterhin mit gh.

 

B Getrennt- und Zusammenschreibung

1. Ableitungen von Zahlen auf -er:

Wir empfehlen, einheitlich zusammenzuschreiben. Beispiel: in den Sechzigerjahren. (Bei Schreibung in Ziffern mit Bindestrich nach der Endung: in den 60er-Jahren.)

 

D Gross- und Kleinschreibung

1. Superlative mit aufs:

Wir empfehlen, einheitlich grosszuschreiben. Beispiel: Wir haben uns aufs Beste unterhalten.

2. Ableitungen von Personennamen auf -sch:

Bei diesen Ableitungen handelt es sich um Adjektive. Wir empfehlen, sie einheitlich nach den Grundregeln klein und ohne Apostroph zu schreiben: der ohmsche Widerstand, das ohmsche Gesetz.

 

E Zeichensetzung

 

1. Komma bei und, oder:

Die Freigabe des Kommas bei und, oder darf nicht mit dessen Abschaffung verwechselt werden. Redaktion und Korrektorat sollen auch Zukunft von der Möglichkeit Gebrauch machen, zwischen Hauptsätzen, die mit und, oder verbunden sind, ein Komma zu setzen.

Zwischen Nebensätzen gleichen Grades, die mit und, oder verbunden sind, wird weiterhin grundsätzlich kein Komma gesetzt.

 

2. Infinitivgruppen:

Für die grafische Industrie empfiehlt sich die folgende Unterscheidung:

a) Normalfall: Die Infinitivgruppe mit zu gilt als Nebensatz und wird daher mit Komma abgetrennt, zum Beispiel: Er zögerte, den Schalter zu drehen.

b) Sonderfall: Die Infinitivgruppe mit zu ist in das Prädikat des übergeordneten Satzes integriert und wird daher nicht mit Komma abgetrennt, zum Beispiel: Er scheint den Schalter zu drehen.

Siehe dazu Walter Heuer, Richtiges Deutsch, 23. Auflage 1997, §§ 1567–1567.

 

3. Der Apostroph vor der Endung -s des Genitivs (Wesfalls) wird nur in Firmennamen und dergleichen angewendet, sofern der Genitiv Bestandteil des Namens ist: Ursi's Blumenshop. Aber ohne Apostroph: Ursis wunderschöne Blumen.

 

F Trennung

 

1. Lateinische Vorsilben:

Bei lateinischen Fremdwörtern werden die Vorsilben beachtet in Fällen wie: Ap-plikation, At-tribut, kom-plett, Kon-struktion, In-flation (nicht: App-likation, Att-ribut, komp-lett, Konst-ruktion, Inf-lation).

 

2. Abtrennung einzelner Vokale:

Das Abtrennen einzelner Vokale ist als typografisch falsch anzusehen. Daher nur: Ofen (untrennbar), Abend (untrennbar), Ele-ment; Holz-ofen, Diens-tag-abend, Bau-ele-ment.



 

Die wichtigsten Fachbegriffe

Adjektiv: Eigenschaftwort, Wiewort, zum Beispiel gut, schnell, viereckig.

Anredepronomen: Fürwort, mit dem man jemand anspricht.

Vertraute Anrede: du (dir, dich, dein), ihr (euch, euer)

Distanziert-höfliche Anrede: Sie (Ihnen, Ihr)

Infinitiv: Grundform des Verbs (Tätigkeitsworts), zum Beispiel: suchen, stehen, fallen, sein. Oft mit dem Wörtchen zu: um É zu arbeiten.

Infinitivgruppe: ein Infinitiv, gegebenenfalls mit seinen zugehörigen Wörtern, zum Beispiel:

Er dachte nicht daran, zu gehen. (Infinitivgruppe mit einem blossen Infinitiv)

Er dachte nicht daran, in die Stadt zu gehen. (Infinitivgruppe mit einem Infinitiv und weiteren Wörtern)

Konsonant: Mitlaut, zum Beispiel b, f, m

Nomen: Substantiv, Hauptwort, zum Beispiel Baum, Stein, Glück

nominalisiert: wie ein Nomen gebraucht, zum Beispiel:

gut -> das Gute, etwas Gutes

arbeiten -> das Arbeiten, beim Arbeiten

Partizip: Mittelwort des Verbs (Tätigkeitworts), zum Beispiel suchend, gesucht

Partizipgruppe: ein Partizip, gegebenenfalls mit seinen zugehörigen Wörtern, zum Beispiel:

Von der Polizei gesucht, versteckte er sich in einer Scheune.

Pronomen: Fürwort, zum Beispiel ich, du, dieser, jeder, alle, niemand, wer

Verb: Tätigkeitswort, Tuwort, zum Beispiel suchen, stehen, fallen, sein

Vokal: Selbstlaut, zum Beispiel a, e, i

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